Nicole Braun

     "Und?", fragt er. "Wen hat es heute erwischt?" Er gießt eine Tasse randvoll mit Kaffee und reicht sie mir mit skeptischem Blick.

     "Heute war der Postbote dran. Hat nicht lange gelitten. Kehlschnitt, es ging ganz schnell." Ich nehme den Kaffee, trinke. Nach einem Mord mein Lieblingsgetränk; schwarz und heiß wie die Hölle.

      "Dass du das kannst - um diese Uhrzeit", er schüttelt den Kopf.

      "Ich arbeite immer am liebsten früh am Morgen. Da liegen meine Skrupel noch im Tiefschlaf."

      "Soso. Ich wusste gar nicht, dass du Skrupel hast. Naja, solange ich jeden Morgen noch aufwachen darf, ist ja alles in Ordnung."

      "Ja", sage ich, "aber nur, solange du mir so guten Kaffee kochst."

      Er stutzt, lächelt und sagt: "Ich wusste, dass es keine gute Idee war, eine Krimiautorin zu heiraten."

Nicole Braun, geboren 1973 in Kassel, ist ein typisch nordhessisches Gewächs: Fest verwurzelt in der Region stand es außer Frage, ihr Krimi-Debüt in die märchenhafte Kulisse zwischen Meißner und Kaufunger Wald zu verlegen. Dort trifft man sie bei langen Streifzügen mit ihren Hunden auf der Suche nach Inspiration für mörderische Geschichten und düstere Tatorte.

 

Dem Schreiben zuliebe hat sie ihre berufliche Laufbahn als Betriebswirtin auf Eis gelegt und widmet sich nun auch wieder ihren anderen Leidenschaften: Sie gibt Schreib-Workshops und singt als Frontfrau einer Coverband. Mit ihrem Mann und zwei Hunden wohnt sie im Herzen des nordhessischen Berglandes.

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2015 Nicole Braun